07.02.2012 / 15:20


Trinkwasserhygiene



Legionellen?

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Legionellen, sind stäbchenförmige Bakterien und natürlicher Bestandteil des Süßwassers. Eine Infektion mit Legionellen erfolgt beim Menschen, wenn er legionellenhaltige Wassertröpfchen bzw. Wassernebel (Aerosole) einatmet und sein Immunsystem geschwächt ist. Solche Aerosole können beim Betrieb von Duschen, Whirlpools oder Klimaanlagen auftreten.

Legionellen können beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder auslösen, das Pontiac-Fieber und die sogenannte Legionärskrankheit. Diese Krankheiten wurden erstmalig 1976 im Zusammenhang mit der Erkrankung von US-amerikanischen Kriegsveteranen beschrieben, die zuvor an einem Treffen der American Legion in Pontiac bei Philadelphia teilgenommen hatten. In dem Hotel, in dem die Veteranen untergebracht waren, erkrankten 220 Teilnehmer, davon starben 30. Die Erreger wurden in der Klimaanlage entdeckt. Während es sich beim milderen Krankheitverlauf des Pontiac-Fiebers um eine grippeähnliche Erkrankung handelt, liegt bei der Legionärskrankheit eine schwere Form der Lungenentzündung vor, die ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung besonders bei älteren und immungeschwächten Menschen tödlich verlaufen kann.


Bild: Röntgenbild zeigt eine Lungenentzündung bei einem 37 jährigen Mann
Quelle:
Christaras A


Legionellen gehören zu den Krankheitserregern, deren Nachweis im Zusammenhang mit einer akuten Infektion namentlich meldepflichtig ist nach §7 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IfSG), das am 01. Januar 2001 in Kraft getreten ist.

Optimale Lebensbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 30 und 45 °C vor. Hier findet eine massenhafte Vermehrung statt. Oberhalb von 50 °C tritt eine Wachstumshemmung ein, ab 60 °C schließlich sterben Legionellen allmählich und über 70 °C sehr schnell ab.
Besonders kritisch sind diejenigen Bereiche der Trinkwasserinstallation, in denen Warmwasser im Temperaturbereich zwischen 30 und 45 °C stagniert. Diese Bereiche findet man nicht nur in abgekühlten Warmwasserleitungen, sondern auch in schlecht isolierten Kaltwasserleitungen, bei Überdimensionierungen oder falschen Rohrverlegungen. Zur Verminderung des Legionellenwachstums durch fachgerechte Planung, Errichtung und Betrieb von Trinkwasser-Installationen siehe DVGW-Arbeitsblätter W551 und W553.
Ebenso nachteilig sind die Bildung von Schlamm, Kalkablagerungen und/oder Inkrustationen im Installationssystem, wodurch die Rohrinnenoberflächen erheblich vergrößert werden und riesige besiedelbare Oberflächen entstehen.

Nach Schätzung des Robert-Koch-Institutes erkranken in Deutschland jährlich 6.000 bis 10.000 Menschen an der Legionärskrankheit. 

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